Melodie

Improvisation, Melodie bzw. Leadgitarre zum Blues zu spielen, ist denkbar einfach (für den Anfang). Für den Dominant-Blues und den Moll-Blues wird die Moll-Pentatonik verwendet. Das heißt, spielen wir in A-Dur (A7) oder A-Moll, so wird in beiden Fällen auf der A-Moll-Pentatonik improvisiert.

A-Moll Pentatonik
Nun sind einige sicherlich recht verwirrt, denn kommen einige Töne doch gar nicht in der A-Dur-Pentatonik bzw. A-Dur-Tonleiter vor für den Dominant Blues. Dies ist auch nicht der entscheidene Punkt, sondern es soll sich nach Blues anhören. übrigens kommen die Töne durch die Dom7 Akkorde hinzu. Ist auch egal, klingt authentisch!

Blue-Note

Ein sehr wichtiges Element ist die sogenannte Blue-Note. Es ist eine verminderte Quinte (b5), das spannungsreichste Intervall, und nimmt somit der Moll-Pentatonik ihre Glätte (Blues-Sound ohne Ende). Aber sparsam damit umgehen. Mit ihr wird die einfache Moll-Pentatonik zur quasi Blues-Tonleiter. Und sie wird wieder im Dominant- wie auch Moll-Blues genutzt (hier für A7 und A-Moll):

A-Moll Blues-Scale
Für den Ur-Blues, einfach die ganze Zeit mit der Blues Scale spielen (á  la Albert King).

Dur-Pentatonik für Dominant Blues

Warum sollte in unserem Beispiel nicht auch die A-Dur Pentatonik funktionieren, wo wir doch A-Dur (A7) spielen? Klar geht das. Wo finden wir die? Ganz einfach, die Blues Scale um 3 Bünde nach unten verschieben. Voilá . Was ist mit der Blue-Note? Einfach mitspielen, ist eine kleine Terz (b3), in unserem Beispiel dann C (kommt übrigens im D7 Akkord auch vor - und ist eine zweite Blue Note). Da das ganze dann fröhlich nach Country klingt, wird sie auch gern als "Country-Scale" bezeichnet, und oft von den Typen mit den komischen Hüten verwendet.

Spielt man über A7 und E7 die Dur-Pentatonik + b3 und bei D7 unsere Blues Scale, erhält man einen schon fröhlichen, country mäßigen Sound (á  la B.B.King).

Blue Notes

Die hier beschriebenen Blue Notes (b5 und b3) sind nur vereinfacht hinzugenommen. Der eigentliche Ursprung ist in der afrikanischen (etwas höher intonierten b3) Musik und dem später resultierenden Jazz (etwas höher intonierte b5 "Bebop-Bluenote") zu finden.

Was geht noch?

Vom Prinzip eigentlich alles was sich gut anhört. Eine andere Methode die mir zu Ohren gekommen ist: Blues Scale + alle Extra-Töne, die durch Akkorde hinzukommen. Da kommt dann so was bei raus:

Mögliche Töne im Blues
Mit anderen Worten, alles ist erlaubt, solange es sich im richtigen Moment gut anhört. (Wer die "Hip-Scale" kennt, sieht vielleicht eine gewisse "verwirrende" Ähnlichkeit.) Aber mal im ernst, wem hilft so ein komplexes Schema jetzt noch?