Offene Stimmung

Dies ist nichts für Anfänger, und selbst Fortgeschrittene tun sich schwer damit, aber da öfters danach gefragt wird, hier nun eine kurze Beschreibung. Eine  "Offene Stimmung" (open tuning) ist von der Idee her etwas ganz einfaches.

Stimmung

Die Gitarrensaiten werden nach bestimmten Tönen gestimmt, dies nennen wir dann eine Stimmung. Bei der sogenannten Standard-Stimmung werden die Saiten wie folgt gestimmt (bei der Dicken angefangen): E A D G H E

Offen

Die Saiten können auch auf andere Töne gestimmt werden. Eine geniale Idee wäre es doch, die Saiten so zu stimmen, dass die leeren Saiten gleich einen Akkord bilden. Oder zumindest gut klingen. Dann muss man garnicht mehr drücken. Sowas nennen wir dann eine "offene" Stimmung.

Ich selbst probiere mich gern an der DADGAD-Stimmung für keltische/ irische Klänge. Oder die Dropped-D-Stimmung, wo nur eine Saite umgestimmt wird.

ACHTUNG

Auf der Gitarre können nicht wahllos alle Saiten umgestimmt werden. Die Belastung auf den Gitarrenhals kann zu groß werden und ihn beeinträchtigen. Natürlich können auch die Saiten reißen. Daher bitte erst informieren, welche Stimmungen in Frage kommen, und welche Tonhöhen dies genau sind.

Für Anfänger

Eine offene Stimmung hat für Anfänger nur einen einzigen Vorteil, er muss keine Akkorde greifen, dafür aber den Barreé üben (alle Saiten in einem Bund drücken). Ich glaube zwar nicht, dass dies ein Vorteil ist, aber zumindest kann man sich ganz und gar auf den Rhythmus (rechte Hand) konzentrieren.  Ich würde das selten und nur unter bestimmten Umständen zum Einsatz bringen. Prinzipiell halte ich den Einsatz für falsch.

Keith Richards von den Rolling Stones spielt sehr gern damit (besonders mit Open-G). Ich bin immer noch davon überzeugt, dass er garkeine ordentlichen Akkorde spielen kann, aber er ist ein Rhythmus-Gott.

Für Fortgeschrittene

Wer schon fest im Sattel sitzt, kann gern auch damit experimentieren. Allerdings muss Vieles um- bzw. neugelernt werden: Akkorde, Skalen, Licks. Natürlich funktionieren diese dann nicht mehr wie gewohnt. Interessant ist daher die Dropped-D-Stimmung, da sich nur eine Saite ändert.

Die Tonart des Stückes wird fast immer auch durch die Wahl der Offenen Stimmung bestimmt.